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„Mich dünkt, der Freund des Grafen müſſe Vor⸗ züge habe, die auch in Ihren Augen gelten dürf⸗ ten? Schätzen Sie ihn nicht zu gering! er ſcheint es gut mit Ihnen zu meinen, und ſeine Lage—“ „„Seine Lage?““ unterbrach ſie Hermine mit Stolz:„„Ich bin nicht reich, aber immer noch reich genug, um äußerliche Vortheile nicht zu über⸗ ſchätzen!““„Fräulein“, fuhr die Fremde fort: „Mich dünkt, der Baron kam zu ſpät; Sie ſind vielleicht nicht mehr frei?“— „„Meine Hand iſt gänzlich frei““, entgegnete Hermine:„„vb meine Wahl eben ſo frei ſein möchte, weiß ich nicht! Man wird leicht ungerecht, wenn man ſich eine Zeitlang gewöhnte, nach dem Maasſtab anerkannter Vorzüge zu meſſen!““ Die Fremde warf einen fixirenden Blick auf ſie.„Sie könnten alſo dennoch lieben?“ frug ſie, wie in Nachdenken verſunken, doch ſo, daß Hermine es verſtand. Hermine erröthete, ſie blickte verworren zur Erde, und ſchien eine Thräne zu unterdrücken. Die Fremde ſah Herminen noch immer ſchwei⸗ gend an, mir ſchien es, als würden ihre Züge freundlicher und milder. Als wir in's Schloß ka⸗ men, ließ ſie ſich von uns von der Eintheilung unſerer Zeit erzählen. Sie lobte Herminen, als ich ihr verrieth, wie ſie von uns allen am frühe⸗ ſten aufſtehe, und mit der Sonne zugleich ihr Ta⸗


