Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

allem dieſes Schildes, um ſich gegen die Pfeile der Schmeichelei zu bewahren, denn das ſchwache, leicht beſtechliche Herz kann ſich ſo ſchwer halten im Stru⸗ del der Welt. Es gibt viele feindſelige, verderb⸗ liche Mächte im Leben, und doppelt bedrohen ſie Den, der einzeln ſteht in dem wirren Getüm⸗ mel. Hermine ſchlug bei dieſen Worten den Blick zu Boden, ich glaubte eine leiſe Betrüb⸗ niß darin zu leſen, aber plötzlich hob ſie wieder das Auge glänzend empor. Es durchlief im ſchnel⸗ len Flug die Geſellſchaft, und blieb dann mit ei⸗ nem ſeltſam rührenden Ausdruck auf meinem Va⸗ ter ruhen, als wollte ſie ſagen: Du haſt mich nie überſchätzt, aber Du haſt mich auch nie ver⸗ kannt. Sehen Sie, liebe Richardis, mit einem ſolchen Blick gewinnt ſie mein Herz wieder auf lan⸗ ge Zeit. Mir war in dieſem Augenblick, als hät⸗ ten wir ihr alle etwas abzubitten, und wirklich reichte ich ihr verſtohlen die Hand, als bedürfe ich der Verſicherung ihrer Freundſchaft. Man ſprach noch viel bei Tiſche über denſelben Gegenſtand. Baron Horſt lies ſich ſo weitläufig über die erfor⸗ derlichen Eigenſchaften ſeiner künftigen Gefährtin aus, daß uns kein Zweifel übrig blieb, Hermine habe allein zu dieſem Gemälde geſeſſen. Nach Ti⸗

ſche bat ich die fremde Dame, ihr unſern Garten

zeigen zu dürfen. Sie gab Herminen den Arm,