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nen wir Frauen oft dazu beſtimmt, den Forſcher⸗ dünkel der Männer zu demüthigen. Sie trotzen auf ihre Ueberlegenheit, und überſchauen bei dem Total⸗Eindruck, den Reiz und Anmuth auf ſie ma⸗ chen, all' die kleinen Schattenſtellen unſerer Seele, in denen ſich zahlloſe Kobolde verbergen, die, wenn ſie ſich einmal zur Fehde rüſten, furchtbar genng ſind, um den häuslichen Frieden zu bedrohen!““
„Wer, um Alles in der Welt“, rief der Ba⸗ ron:„wird bei einer ſo aufrichtigen, offenen Ge⸗ müthsart, als die Ihre zum Beiſpiel, dem Daſein ſo zweideutiger Geiſter Glauben ſchenken?“
„„Rufen Sie nur die kleinen Ungehener nicht hervor!““ bat Hermine:„„Legion iſt ihr Name. Eitelkeit iſt die Mutter aller! Wer ſie zu nähren ſucht, iſt ſtrafbar; mit ihr wuchern alle Uebel empor!““
„Auf dieſe Art“,— bemerkte die Fremde, „käme vieles auf die Rechnung der Männer. Es iſt ihnen ſo ſüß, den Schönen Weihrauch zu ſtreu⸗ en, daß ſie ihren eigenen Vortheil darüber vergeſ⸗ ſen.“— Sie ſah dabei Herminen an, als erwarte ſie eine Antwort.— Dieſe erwiederte:„„Die Ei⸗ telkeit iſt unläugbar eine gefährliche Feindin unſe⸗ res Geſchlechts, darum ſollte die Ratur, um das Reich jener einzuſchränken, die Klugheit ſtets der Schönheit zur Begleiterin geben! Sie bedarf vor


