Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1831)
Entstehung
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ſie eine ungewöhnlich ernſte Miene an, und erwar⸗ tete den Baron mit einer Ruhe, die mir zeigte, daß ſein Schickſal bereits entſchieden ſei. Horſt erſchien in einem Glanze, der ſeinem Eintreten eine gewiſſe Feierlichkeit gab. Sein Antlitz ſtrahlte voll freudiger Hoffnung, und hatte, trotz ſeiner geſetzten Jahre, ein ſo jugendliches Anſehen erhal⸗ ten, daß ich zum erſtenmale fand, es ſei nun wohl eben keine ſo unpaſſende Parthie für Herminen. Er hatte ſich dem Fenſter genähert, wo wir ſaßen. Einige zierliche Blumentöpfe, ſein Geſchenk, prang⸗ ten auf dem Geſims, und ermunterten durch die Annahme Herminens den Geber zu den fröhlich⸗ ſten Hoffnungen.

Schon begann das Geſpräch, das er einzulei⸗ ten bemüht war, die gewünſchte Wendung zu neh⸗ men, als ein unerwarteter Zufall mit einemmal das künſtliche Gewebe zerriß.

Eine Reiſende hatte nämlich das Unglück ge⸗ habt, vor unſerm Dorfe den Wagen zu zerbrechen, und ließ um Erlaubniß bitten, ſo lange bei uns verweilen zu dürfen, bis der Wagen in Stand ge⸗ ſetzt ſei.

Mein Vater eilte ſogleich der Fremden ſeinen Beiſtand anzubieten. Vergebens verſuchte der Ba⸗ ron die kurze Zwiſchenzeit zu ſeinen Gunſten zu

benutzen; Hermine wich abſichtlich aus, und machte