Ein unmerkliches Lächeln umſpielte die Lip⸗ pen Vaunoy's. Er winkte Meiſter Alain, und dieſer warf das Fläſchchen, deſſen Inhalt er in Didiers Glas geleert hatte, aus dem Fenſter.
Niemand bemerkte dies und das Souper ging ſeinen Gang fort, als ob nichts vorgefal⸗ len wäre.
Nach einigen Minuten hörte Didier plötzlich auf, die freundlichen Reden, mit denen Fräulein Olivia von Vaunoy ihn unterhielt, zu erwiedern. Sein Kopf ſchwankte zwiſchen den Schultern, und ſeine Augenlider zitterten, als müſſe er eine unwiderſtehliche Schlafſucht überwinden.
Olivia, über ein ſolches Benehmen empört, verſchloß ſich in ein tiefes Stillſchweigen, was dem Kapitain erlaubte, völlig einzuſchlafen.
„Heiliger Gott!“ ſagte Vannoy,„ unſer junger Freund iſt dieſen Abend nicht liebenswür⸗
dig! Er ſchüttet unſren Wein auf die Erde und
ſchläft vor unſren Augen ein. Haſt Du ihm vielleicht eine Geſchichte erzählt, Fräulein Schwe⸗ ſter?“
Olivia biß ſich auf die Lippen und warf ih⸗ rem Bruder einen zornigen Blick zu.
„Das würde noch nicht erklären, warum er ſeinen Gniennewein ausgegoſſen hat,“ bemerkte Bechameil. 5
„Wir verzeihen ihm dies Alles mit Rickſich auf ſeinen Titel als königlicher Offlzier,“ fu


