Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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Fräulein Olivia fuhr erſchrocken zuſammen. Alir ſtand auf, verneigte ſich und verließ das Zimmer.

Nun, das iſt wenigſtens aufrichtig! rief, Olivia, indem ſie zufällig in den Spiegel blickte, der ihr diesmal anſtatt eines freundlichen, ein

und nicht die mindeſte Bewegung, nicht der leiſeſte Seufzer!.. Ja, liebe Tante!.

ſehr häßliches Geſicht zeigte/Ja, liebe Tante!, 70

Sollte man nicht denken, daß von der einfach⸗% ſten Sache von der Welt die Rede ſei?... Ja, F

liebe Tante! Ein Rendezvvus! eine förmliche Intrigne!... und ohne ein Geheimniß daraus

zu machen, am hellen Tage!... Ach! wenn 3 h h 8

jemals der Liebesgott mein Herz mit ſeinen glü⸗ henden Pfeilen verwundet hätte, in welchen rei⸗

zenden Schleier würde ich meine Schwäche ge⸗ hüllt haben! Ich hätte den Namen des Gelieb⸗

ten in den Abendwind hinaus geſeufzt, ich wäre

um Mitternacht im Garten herumgewandelt, ich

hätte ſüße Stunden lang den Mond ange⸗ bic

Fräulein Olivia von Vannoy ſagte noch eine Menge ſchöner Dinge, die wir nur ungern mit Stillſchweigen übergehen.

Alir hatte keine Ahnung von dem Sturme, den ſie herauf beſchworen hatte. Um die Wahr⸗ heit zu ſagen: ſie hatte andre Dinge im Kopfe.

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