„Und der junge Herr?“ fragte er endlich.
„Georg Treml?... Es ſind zwanzig Jahre verfloſſen, ſeitdem ich ihn zum letzten Male ge⸗ ſehen habe, das liebe, theure Kind, wie er mir aus ſeinem Bettchen die kleinen Arme lächelnd entgegenſtreckte.“
„Todt? anch to dt?“ ſagte Jud, deſſen
rkräftige Geſtalt zuſammenſank.
Er bedeckte das Geſicht mit beiden Händen, während ſeine Bruſt von ſchmerzlichem Schluch— zen gehoben wurde.
„Das habe ich nicht geſagt,“ rief Goton, „nein, dies habe ich nicht geſagt... und Gott bewahre mich davor, es zu glauben! Aber. ach! Jud, lieber Freund! ſeit zwan⸗ zig Jahren hoffe ich, und mit jedem Jahre wird meine Hoffnung ſchwächer!“
Jud ſah ihr ſtarr ins Geſicht. Ihre wen
waren ihm unverſtändlich. „Ja,“ fuhr ſie fort,„ich möchte gern hoffen.
Ich ſage mir immer: Ich werde unſten jungen Herrn noch wiederkommen ſehen, groß und ſtark, den Kopf 6 empor gerichtet, mit ſtolzer Miene und einem Degen an der Seite. Ach! ach! 4 und dies ſage ich mir ſchon ſeit ſo vielen Jahren!“
„Aber liebe Frau Goton, was wißt Ihr denn 1. dem Schickſale Georg Tremls?“
„Ich weiß... ich weiß nichts, Iud. Eines Abends.. ricke näher zu mir heran, denn das


