Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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Ind! rief Goton, alle Vorſicht vergeſſend; Ind Leker, der Stallmeiſter unſres gnädigen Herrn!... Ach! könnte ich Dich doch ſehen! könnte ich Dich ſehen!

Zitternd und kaum wiſſend, was ſie that, tappte ſie umher, ihr Feuerzeug zu ſuchen, ohne es finden zu können. Endlich brannte das Licht. Sie ſah Jud lange und wie begeiſtert ins Geſicht.

Und er? fragte ſie,werden wir ihn wieder⸗ ſehen?

Er iſt todt! erwiederte Jud.

Goton fiel auf die Knie, faltete die Hände und ſprach ein De profundis. Große Thränen floſſen langſam über ihre gefurchten Wangen herab. Wer ſie in dieſem Angenblick geſehen hätte, würde tief gerührt worden ſein, denn nichts iſt ergreifender, als Thränen, welche über ein ralthes Geſicht herabfließen, und wer vor ein paar ſchönen weinenden Angen lächelnd vorüber geht, wird gewiß ein tiefes Mitgefühl empfinden, wenn er die Augen eines Kriegers ſich mit Thränen füllen ſieht.

Ind ſchwieg, ſo lange Goton betete. Es war, als ob er jetzt ſeine Ungewißheit noch ver⸗ längern wollte, und als ob er vor der Aufklä⸗

rung, die er zu holen hierher gekommen war,

mit Entſetzen zurückwich.

ſchmerzlich bewegter Stimme.

Als er das Wort ergriff, geſchah es mit