124
Urbain ſogleich auf: er erkennt in ihm den Men⸗ ſchen, der ihn zu einer geheimen Zuſammenkunft bei dem Thore Montmartre beſtellt hatte. Chaudoreille war nach ſeinem Zuſammentreffen mit dem Barbier nur darauf bedacht geweſen, ſich von Sarcus zu entfernen, und ohne Julien von ſeinem Entſchluſſe, dem ſie ſich, wie er überzeugt war, widerſetzt haben würde, in Kenntniß zu ſetzen, hatte er am folgenden Morgen ihre Entfernung aus dem Wirthshauſe ab⸗ gewartet, ſich ſodann des Felleiſens, das die Effekten und das Geld ſeiner Geſellſchafterin enthielt, be⸗ mächtigt, eines ihrer Pferde ſatteln laſſen und ſich hierauf, unter dem Vorwande, in der Umgegend ſpazieren zu reiten, auf den Weg begeben, in der Abſicht, ſich in eine ferne Gegend zu flüchten.
Aber unglücklicher Weiſe war der Flüchtling eben kein Meiſter in der edeln Reitkunſt, obgleich er ſich ſeit ſeiner Reiſe nach Sarcus für einen der beſten Bereiter Frankreichs hielt. Seinem Renner den Zügel ſtets ſtraff haltend, aus Furcht, er möchte den Aus⸗ reiß nehmen, hatte er in einer ganzen Stunde nicht mehr als eine Viertelmeile zurückgelegt und ſchon befürchtet, er möchte ſich auf dieſe Art nicht ſchnell genug entfernen, als ihm Urbain auf dem kleinen Fußpfade begegnete, wo ſein Pferd nicht von der Stelle wollte. Entzückt, den Menſchen wiedergefun⸗ den zu haben, der ihm Blanca's Entführer zu nennen verſprochen hat, ſchreit Urbain vor Freuden auf und eilt auf Chaudoreille zu. Dieſer plötzliche Schrei und die raſche Annäherung des jungen Menſchen
—


