ſehr bewegt.„Ich erwartete Sie,“ ſagte ſie zum Ritter, ihm winkend, ſich niederzuſetzen.
„Sie erwarteten mich, Signora?“
„Ja, denn ich habe den Marquis nicht geſehen, ſeit ich mit Ihnen geſprochen habe; nie noch iſt er ſo lange ausgeblieben, und ich zweifle nicht, daß irgend eine neue Intrigue die Urſache ſeiner Ver⸗ nachläßigung iſt.“
„Ach! Signora, Ihre Muthmaßung iſt nur zu richtig.“
„Alſo bin ich verrathen!“ ruft Julia aus, ſich wüthend geberdend, während Chaudoreille ſich in einer ehrfurchtsvollen Entfernung niederſetzt⸗ den Roland quer auf ſeine Kniee legend.—
„Was wollen Sie, Signora, die Menſchen ſind Menſchen; der Marquis weiß Ihre Reize, Ihre An⸗ muth, Ihre Schönheit nicht zu ſchätzen...“ 4
„Schweigen Sie, und ſagen Sie auf der Stelle Alles, was Sie wiſſen.“
„Ich ſoll ſchweigen und reden?“ antwortet Chau⸗ doreille, irre Blicke umherwerfend.
„Der Name meiner Nebenbuhlerin?.. Antworten Sie, Unglücklicher!“
„Sie ſehen mich dazu bereit, Signora; aber ich bitte Sie, laſſen Sie mich das der Ordnung nach erzählen.“
„Der Name meiner Nebenbuhlerin, ſage ich Dir!“ erwiederte Julia, ſich wuthentbrannt dem Gascogner nähernd, der an allen ſeinen Gliedern zittert und ſtammelt:„Blanca... die Weni.... das junge Nädchen, das der Barbjer erzog..


