Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
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Der Marquis erhebt ſich unwillig, ſchreitet einige Mal im Zimmer auf und nieder und ſagt nach Verfluß eines Augenblicks:Es iſt jedoch nutzlos, Mademoi⸗ ſelle, eine Geſinnung zu nähren, die fortan hoffnunglos iſt; denn Sie werden dieſen Urbain, den ich verab⸗ ſcheue, ohne ihn zu kennen, nie wiederſehen.

Blanca blickt mit flehenden Blicken zu dem Marquis auf, nähert ſich ihm, fällt auf ihre Kniee nieder und ſagt mit ſchluchzender Stimme:Mein Herr, was habe ich Ihnen denn gethan, daß Sie mich ſo quälen?... Wenn ich mich, ohne es zu wiſſen, eines Vergehens ſchuldig gemacht habe, ſo verzeihen Sie mir, ich bitte Sie; aber trennen Sie mich nicht von Urbain..

Stehen Sie auf! ſagt Villebelle, ſeiner Ge⸗ müthsbewegung wider Willen nachgebend.Nein, Sie ſind nicht ſtrafbar, reizendes Mädchen, ſondern ich.. ich allein!... Ja, ich bin ein Ungeheuer, daß ich Ihre Thränen fließen mache... Ach! warum habe ich Sie geſehen?... allein Sie ſind ſo bezaubernd...

Mein Herr, hat man das Recht, ein Mädchen einzuſchließen, weil es reizend iſt?... Man wird Sie dafür ſtrafen, weil Sie mich in Ihrem Schloß ge⸗ fangen halten; dies muß verboten ſein. Iſt es Jemand, weil er ein großer Herr iſt, erlaubt, arme Leute nach ſeiner Willkür zu quälen 2... O mein Gott!... und Margarethens Talisman, der mich vor jeder Gefahr bewahren ſollte... Arme Margarethe! ach! wenn Du wüßteſt, wie unglücklich ich bin! 1

Paul de Kock. LVIII. 3