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Stillſchweigend betrachtete er dieſes junge Mädchen, das ſeit dem Abend des vorigen Tages in Verzweif⸗ lung iſt, weil ſie hübſch iſt und das Unglück hat, einem reichen und mächtigen Mann zu gefallen, der von der Meinung befangen iſt, man müſſe ſich glücklich fühlen, ſeine Leidenſchaften zu befriedigen.
Indeſſen machte die Veränderung, die ſeit dem vorigen Tage mit Blanca's Geſichtszügen vorgegangen iſt, ſo wie ihre rothen und noch thränenvollen Augen einen peinlichen Eindruck auf den großen Herrn. Er will lieber Vorwürfe ertragen, als dieſen ſtummen Schmerz anſehen, und thut einige Tritte, damit ſein Schlacht⸗ opfer ſeine Gegenwart bemerken möchte.
Blanca ſchlägt die Augen auf, blickt den Marquis an, zeigt bloß eine leichte Unruhe und läßt ihren Kopf auf ihre Hand zurückſinken. Villebelle hatte Klagen und Ausrufe erwartet; erſtaunt über dieſes Stillſchweigen nimmt er einen Seſſel und ſetzt ſich neben Blanca, die fortfährt ſtillzuſchweigen und zu weinen.—
„Sie fühlen ſich alſo ſehr unglücklich?“ ſagte endlich der Marquis mit Rührung, und Blanca ant⸗ wortet ſchluchzend, aber mit dem ſanften Tone, der ſie nie verläßt:„Ja, mein Herr.“
„Können Sie ſich nach dem düſtern Hauſe des Barbiers ſehnen, wo Sie kein einziges Vergnügen genoßen?“
„Nicht das Haus iſt es, wornach ich mich ſehne, mein Herr!“
„Hier wird es bloß von Ihnen abhängen, die


