Teil eines Werkes 
4. Th. (1845)
Entstehung
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20 8.

und grüßt Blanca, ihr einen zärtlichen und zugleich ehrfurchtsvollen Blick zuwerfend. Blanca, kaum von ihrer Beſtürzung zurückgekommen, blickt unruhig nach der Galerie und ſagt zu dem Marquis mit rührender Stimme:Iſt Urbain nicht bei Ihnen?

Blanca's Worte ſind ſo ſüß, ihre Stimme drückt die Unruhe ihrer Seele ſo gut aus, daß ſich Villebelle tief gerührt fühlt und vielleicht zum erſten Mal Ge⸗ wiſſensbiſſe wegen der Pein empfindet, die er dem jungen Mädchen verurſachen wird. Blanca wiederholt ihre Frage in einem flehenden Tone und der Maruns antwortet, ſeine Augen abwendend:Ich bin allein gekommen...

Ach, mein Herr, ich bitte Sie, ſagen Sie mir, was ihm begegnet iſt? ruft Blanca aus, ſich dem Marquis nähernd und ihre Arme ängſtlich nach ihm ausſtreckend. Villebelle betrachtet ſie und in dieſem Augenblicke ſchienen die verſchiedenen Gefühle, welche das junge Mädchen bewegen, ſie noch weit reizender zu machen: ihre Augen ſind voll Feuer, ihr Mund, halb geöffnet, um wieder zu fragen, läßt zwei Reihen von Perlen ſehen, und ihre Haare, die ungeordnet auf ihre Stirne herabfallen, verleihen der Engels⸗ geſtalt neue Reize. Der Marquis fühlt ſeine Gewiſſens⸗ biſſe bei dem Anblicke ſo großer Reize verſchwinden; gewohnt übrigens, die Tugend als Einbildung und die Beſtändigkeit als Narrheit zu betrachten, ſchmei⸗ chelt er ſich, Blanca's Schmerz in Kurzem zu lindern, und, da er ſie nicht länger im Irrthum laſſen will, wirft er ſich auf ſeine Kniee mit den Worten nieder: