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rizont geheftet, überläßt ſie ſich ihren Gedanken und 8
wünſcht die Nacht herbei, die ſie mit dem Gegenſtand ihrer Liebe vereinigen ſoll.
Endlich vermag ſie nicht mehr ſo weit in die Ferne zu blicken: ein leichter Nebel ſcheint zwiſchen
die Gegenſtände, welche das Auge noch immer ſucht,
zu treten; bald verkleinert ſich die Ausſicht, der Ge⸗
ſichtskreis verengt ſich, endlich ſieht man nur noch einige Schritte weit; jetzt empfindet Blanca eine ſüße
Freude und verläßt den Balkon mit den Worten:
„Jetzt iſt es Nacht!.. jetzt wird er kommen!“
Germain tritt in das Gemach und zündet mehrere Wachskerzen an.„Wenn er ankommt,“ ſagt Blanca zu ihm,„ſo ſäumen Sie nicht, ihm zu ſagen, daß ich hier ſei... daß ich ihn erwarte.“
„Es wird ſeine erſte Sorge ſein, ſich zu Ihnen zu begeben, Mademoiſelle,“ erwiedert der Bediente lächelnd; hierauf entfernt er ſich mit der Bitte, Blanca möchte klingeln, wenn ſie irgend Etwas verlange.
Wenn Urbains Bild dem Geiſte des jungen Mäd⸗ chens nicht unaufhörlich gegenwärtig geweſen wäre, ſo hätte ſie vielleicht einige Furcht empfunden, da ſie ſich des Nachts allein an einem Orte ſah, den ſie
kaum kannte, und mitten in einem Gemache, das ihr
unermeßlich ſchien in Vergleichung mit dem kleinen Zimmer, das ſie beim Barbier bewohnt hatte. Allein die Liebe iſt das beſte Mittel gegen die Furcht, und das junge Mädchen, das nur zitternd in einen Keller hinabgeſtiegen wäre, wenn es auch ein Licht in der
Hand gehabt hätte, wird ſich auch ohne Licht ſehr


