16. den Wunſch, ſich im Parke zu ergehen. Alsbald führt ſie Germain durch die Galerie und verſchiedene Gänge auf eine Treppe, an deren Fuß man ſich vor dem Eingang der Gärten befindet. Blanca athmet freier auf der Wieſe als unter den mit Bildnerei gezierten Zimmerdecken des Schloſſes. Sie verläßt die Ufer des Sees, durchwandert ein kleines Wäldchen und befindet ſich bald in einem, nach engliſcher Art angelegten Theile des Parkes, deſſen Baumgehänge ſich, tauſend Wendungen bildend, durchkreuzen; allein
als Blanca ſich umwendet, erblickt ſie ſtets in einiger
Entfernung Germain, der ſie nicht aus den Augen verliert.„Er befürchtet ohne Zweifel, ich möchte mich verirren,“ ſagt ſie zu ſich;„alles das iſt ſo groß⸗ man könnte leicht ſeinen Weg nicht wieder finden.“
Nach einem ziemlich langen Spaziergange kehrt Blanca in's Schloß zurück, und Germain führt ſie wieder bis in ihr Gemach, worauf er ſie fragt, um welche Stunde ſie zu Mittag ſpeiſen wolle?„O, ich habe keinen Hunger,“ antwortete ſie;„ich will lieber ſeine Ankunft erwarten und dann mit ihm zu Nacht ſpeiſen... denn er wird dieſen Abend kommen... nicht wahr, mein Herr?“ 3
„Ich glaube,“ erwiedert der Bediente, ſich ver⸗
beugend, und entfernt ſich, das liebenswürdige Kind
traurig und in Nachdenken verloren zurücklaſſend; denn die Worte: ‚ich glaube,“ ſchienen ihr ziemlich unzuverläßig. 6 4
Sie begibt ſich auf einen der Balkone, die den See beherrſchen, und hier, die Augen nach dem Ho⸗


