128 da wir allein ſind, ſo will ich Dir erlauben, Dich
neben mich an den Tiſch zu ſetzen...“
„Das iſt ein großes Glück für mich.“
„Mit der Bedingung, daß ich mich ſtets zuerſt be⸗ dienen werde.“
„Während des Nachteſſens raſſelt Chaudoreille mit ſeinem Geldbeutel, zählt ſeine Thaler, berechnet, was ihm geblieben iſt und was er noch zu erhalten hofft.
Marcel blickt ihn erſtaunt an und ſagt:„Haſt Du denn geerbt?“
„Ja, ich erbe ſehr oft auf dieſe Art. Ach, alle Teufel! wenn der Marquis mir Wort hält.. welch' eine herrliche Lebensart werde ich führen!“
Das Nachteſſen dauert lange; Chaudoreille iſt ſo ſehr mit ſeinen Angelegenheiten beſchäftigt, daß er nicht an's Spielen denkt. Allein ſchon iſt es Mitter⸗ nacht und man hat noch keine Botſchaft vom Marquis erhalten. Die Hoffnungen des Ritters fangen an zu ſchwinden; er ſeufzt, horcht und ruft aus:„Man kommt nicht! Sollte er ſie nicht reizend gefunden haben? Es würde ſchwer ſein; der Henker! wenn ich ſtatt hundert Piſtolen hundert Stockſtreiche empfinge!“
In dem Maße, in welchem der Ritter ſeine Hoff⸗ nungen ſinken ſieht, mildert ſich ſein unverſchämter Ton; er ſtoßt mit Marcel an und ſagt:„Auf Deine Geſundheit, mein theurer und wahrhafter Freund, denn Du biſt mein Freund, Du! Sag' mir nichts von den großen Herren, man kann nicht auf ſie zählen! Dieſer gute Marcel, wie gut er ſich auf's Kochen verſteht! Wie gerne zeche ich mit Dir!“


