Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„Bleiben Sie nicht lange aus, denn ich bin kein Freund von langem Warten,“ ruft ihr Chaudoreille nach, unruhig um ſich her blickend. 5

Als er ſich allein ſieht, unterſucht er das Gemach ſorgfältig und ſagt zu ſich:„Das iſt ziemlich hübſch, ja ſogar ſchön. Es iſt eine ausgezeichnete Frau, wohlan, Chaudoreille! du haſt gut Glück, ſpiele nicht den Uneingeweihten, tritt mit Feſtigkeit auf. Alles ſtrömt auf einmal auf mich zu: Glück!... Geld!... Liebe... Ich war überzeugt, daß ich endlich durch⸗ dringen müſſe... Ach, der Henker! ich habe da ein Loch in meinem Wamms, allein ich werde es mit meinem Hute bedecken... ich trage großes Verlan⸗ gen, meine Prinzeſſin zu ſehen... ich fühle, daß ich ſie zum Voraus anbete!... Allein es iſt Nacht und man läßt mich ohne Licht... das iſt ſehr ſonderbar... das Herz ſchlägt mir... vor Liebe, ohne Zweifel!“

Hier erhebt Chaudoreille die Stimme und ſagt: „Sollte man ſich übrigens an mir zu vergreifen ſuchen, ſo iſt mein Roland da, und vier Mann wür⸗ den mir nicht bange machen.“

In dieſem Augenblicke öffnet ſich eine Thüre vor Chaudoreille, der auf einen Leuchterſtuhl fällt, meh⸗ rere Porzellaintaſſen umwirft, und„Wer da!“ ruft.

„Ich, mein Herr,“ antwortete die Dienerin,„ich komme, um Sie zu meiner Gebieterin zu führen.“

„Ahl das iſt gut... aber Sie laſſen mich ohne Licht, ich habe Sie für eine Ratte gehalten und ich habe einen ungemeinen Abſcheu vor dem Rattenge⸗

ſchlecht! Ich würde mich lieber mit einem Löwen

„—