Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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119 er die Alte beim Rocke und hält ſie mit den Worten an:„Iſt Ihre Gebieterin verheirathet?“

„Warum?“ erwiedert die Alte, ihn mit ſpöttiſcher Miene anblickend. 3

„Warum? alle Teufel! weil es Ehemänner gibt, die im Punkte der Galanterie ſehr unduldſam ſind. Der Henker, ein Dolchſtich iſt bald beigebracht! ich kann mich nicht ſo in den Rachen des Wolfs werfen.“

„Sind Sie nicht bewaffnet, mein Herr, und könn⸗ ten Sie ſich, wenn man Sie angriffe, nicht verthei⸗ digen?“

„Ja, gewiß könnte ich mich vertheidigen,“ ſagte Chaudoreille, wieder einige Stufen hinabſteigend, „allein ich ehre die Bande der Ehe... und die Sache genau erwogen, will ich lieber gehen...“

„Kommen Sie doch, mein Herr,“ ſagte die Alte, ihm nacheilend,„meine Gebieterin iſt nicht verhei⸗ rathet und Sie haben nichts zu fürchten.“

„Alle Teufel! erklären Sie ſich doch, mein Lieb⸗ chen, mein Leben iſt zu koſtbar, als daß ich es auf eine unbeſonnene Weiſe in Gefahr bringen dürfte! Wohlan, Liſette, ſteigen Sie hinauf... ich folge Ihnen... aber wenn Sie mich belogen haben, ſo zittern Sie!“

Im zweiten Stockwerk angekommen, öffnet die Alte eine Thüre und läßt den Ritter in einen ſchoͤ⸗ nen Speiſeſaal und von da in einen kleinen, ſchön möblirten Salon treten, wo ſie ihn mit den Worten bleiben heißt:„Warten Sie hier, ich werde Madame benachrichtigen...“