Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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fänglich habe ich mich ein wenig erzürnt; ich verzieh ihm aber doch endlich: Urbain hat ein ſo ſanftes Ausſehen, und dann liebte ich Urſula ſchon innig, deßwegen habe ich auch ihn lieb gewonnen. Er ſagt, er wolle mein Liebhaber, mein Gemahl werden, er könne nicht mehr ohne mich leben, es hänge von Ihnen ab, uns auf immer glücklich zu machen! Ach, Sie werden dieß wohl thun, mein guter Freund? Sie haben ſchon ſo viel für mich gethan! Geben Sie mir Urbain zum Gemahl, und ich verſpreche Ihnen, nie mehr Etwas von Ihnen zu verlangen.“

Der Barbier murmelte, Blanca anhörend, ganz leiſe:„Schon vierzehn Tage kommt er jeden Abend, und durch einen großen Zufall entdecke ich dieß erſt heute! Und ich glaubte ein junges Mädchen leicht be⸗ wachen und den Unternehmungen der Liebhaber trotzen zu können!“. 3

„Mein Herr,“ ſagte Urbain, der bis jetzt geſchwie⸗ gen hatte,„ich geſtehe mein ganzes Unrecht ein. Die Liebe allein kann mich entſchuldigen: ich betete Blanca, die ich durch die Scheiben dieſes Fenſters erblickt hatte, au, und Sie erlauben keiner männlichen Perſon, in ihre Nähe zu kommen. Ich verſuchte einmal, Be⸗ kanntſchaft mit Ihnen anzuknüpfen; die Art, auf welche Sie mich empfingen, ließ mir keine Hoffnung übrig. Ich folgte nur noch den Eingebungen meiner Liebe. Durch Hülfe dieſer Verkleidung täuſchte ich die alte Margarethe; ſie willigte einmal ein, mich hierher zu führen. Ich ſah Blanca; konnte ich der Hoffnung entſagen, ſie zu beſitzen? Sie wurde getäuſcht