Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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Barbier ſelbſt nicht widerſtehen kann. Seine Wuth ſcheint beſtegt; er läßt ſeinen Dolch fallen und ſpricht mit minder finſterer Stimme:Dieſer Menſch hat Sie beſchimpft; Sie wollte ich rächen! Sie bitten

mich, ihn zu verſchonen, nun, ich werde es thun.

Wie, ſagte Blanca mit dem Ausdrucke des Er⸗ ſtaunens,wie, mein Herr, meinetwegen wollten Sie Urbain Böſes zufügen! Ach, Sie würden ſehr unrecht gethan haben! Er hat mich beſchimpft, ſagen Sie? Aber ich ſchwöre Ihnen, mein Herr, daß dieß nicht ſo iſt: er hat mir geſagt, er liebe mich ſehr, er wolle mich ſein ganzes Leben lang lieben, allein dieß hat mich ganz und gar nicht beſchimpft; denn als Sie

anklopften, wollte ich ihm, glaube ich, ſagen, daß ich

ihn ebenfalls liebe. Sie ſehen wohl, daß ich ſo ſchuldig war als er, und dann müßte man uns Beide beſtrafen.

Blanca's Worte tragen das Gepräge der Wahr⸗ heit an ſich, und es iſt unmöglich, ſich in ihnen zu irren. Erſtaunt blickt der Barbier bald auf ſie und

bald auf Urbain; man ſieht, er glaubt trotz des An⸗

ſcheins, Blanca ſei noch ſo rein als ehedem, und doch ſchien die Unordnung, die in dem Gemache herrſchte⸗ der ſonderbare Anzug des jungen Mädchens ſowohl

als des Studenten Touquets Ideen zu verwirren.

Hören Sie uns an, ſagte Blanca zu ihm,Sie ſollen die ganze Wahrheit erfahren. Urbain iſt aller⸗ dings ein wenig ſtrafbar⸗ denn beinahe ſchon vierzehn Tage beſucht er uns jeden Abend, allein ſtets that er dieß als Mädchen; erſt in dieſem Augenblicke habe ich erfahren, daß er männlichen Geſchlechts iſt. An⸗