„Weil... Mademoiſelle... ich weiß nicht... ich fürchte...
„Wie, Sie fürchten? Flöße ich Ihnen Furcht ein,
Urſula?“
„Furcht... o ja, Mademoiſelle; ich fühle, daß ich Jurcht habe.“.
„Ach! ſie iſt ganz wie Margarethe... und ich, die Jüngere, bin am wenigſten furchtſam; es iſt wahr, dieſer Wind tobt ſchrecklich, allein er wird uns hier nicht mit ſich fortreißen. Wie ſie zittert! Wie, Urſula, Sie gehen jeden Abend bis zum Thore St. Antoine und Sie zittern bei mir in meinem Zimmer?“
„Ach! das iſt etwas Anderes
„Kommt es wohl daher, daß Margarethe Ihren Talisman mitgenommen hat? Allein wir haben ja den meinigen; ſehen Sie, wenn ich mein Corſet ab⸗ lege, ſo ſtecke ich ihn hierher in mein Hemd, denn Margarethe ſagt, man habe ihn beſonders des Nachts ſehr nöthig, und die Zauberer quälen die jungen
Mädchen hauptſächlich, wenn ſie zu Bette gegangen
ſeien. Iſt dieß wahr, Urſula? Hat man es ſchon ver⸗ ſucht, Sie des Nachts zu quälen?“
„Ja... nein, Mademoiſelle.“
Urbain weiß nicht mehr, was er ſagt, denn ſeine Augen ſind wider ſeinen Willen auf den treuloſen Talisman gerichtet, der hier zu ſein ſcheint wie die Schlange an dem Baume der Erkenntniß des Guten und Böſen, um ihn der Verſuchung preiszugeben.
„Es friert Sie, Urſula; es wird beſſer ſein, wir legen uns in's Bett, wir werden da wärmer werden.


