Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
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1 b

7 bleibt der junge Student in einem Winkel des Zim⸗ mers aufrecht ſtehen, während Blanca das Bett zu⸗ bereitet, lachend in dem Zimmer umherhüpft, und ſich endlich entkleidet. 2

O mein Gott! ſagt Urbain bei ſich, bebend, erröthend, und nur von Zeit zu Zeit die Augen auf⸗ ſchlagend,o mein Gott! was ſoll ich thun? Iſt nicht der Augenblick da, in welchem ich mich erklären, und, das Bekenntniß meiner Liebe ablegend, Verzeihung von ihr erflehen muß! O ja, dieß iſt der Augen⸗ blick!... allein wenn dieſes Geſtändniß ſie erſchreckte ... wenn ihr Geſchrei Leute herbeizöge... oder wenn ſie mich aus ihrem Zimmer jagte... dieß wäre Schade, und wenn ich ſie noch länger täuſche, kann ich ihr Lager theilen, und... o nein, das wäre nicht recht; aber wie ſie ſo hübſch iſt! Großer Gott! welche Reize ... ach, blicke ſie doch nicht an.

Aber der Schelm blickte ſie ſtets an, obſchon nur verſtohlen; allein je mehr er ſie betrachtete, deſto un⸗ mächtiger wurde ſeine Vernunft, denn in jedem Augen⸗ blicke nahm Blanca einen Theil ihrer Kleidung weg; ſchon bedeckte nur ein kleines Unterröckchen ihre rei⸗ zenden Formen, und das enge Corſet, das zwei kleine alabaſterne Hügel einkerkerte, war ſo eben neben dem Bette niedergelegt worden.

Blanca hält jedoch inne: es war Zeit. Sie blickt auf Urbain, der noch immer ſtumm und regungslos daſteht.Nun, Urſula, warum entkleiden Sie ſich denn nicht? ſagte das junge Mädchen, ſich dem Studenten nähernd.