gleichen dann dem Juchſe in der Fabel.„Ach! wie linkiſch waren wir im achtzehnten Jahre,“ ſagen wir; „wie tölpelhaft ſahen wir bei unſern geheimen Zu⸗ ſammenkünften mit dem Gegenſtande unſerer Liebe
aus! Wir zitterten wie Eſpenlaub, als es zum Ren⸗
dezvous ging; wie anders iſt es jetzt! Wir eilen ſingend
dahin, wir gehen raſch auf's Ziel los, wir ſind hundert
Mal liebenswürdiger. Ja, aber unſere Haare fangen an grau zu werden, unſer Bauch ſich zu runden, und gewiſſe ſcharfe Linien kommen an unſern Augen⸗ winkeln zum Vorſchein.
Wenn die Annäherung eines lange erſehnten Glücks in der Liebe eine unausſprechlich ſüße Ver⸗ wirrung verurſacht, wie groß muß dann unſer Ent⸗ zücken ſein, wenn wir die größte Gunſt plötzlich, und ohne ſie gerade gehofft zu haben, erlangen können. In einer ſolchen Lage befand ſich Urbain; er liebt Blanca mit jenem trunkenen Entzücken, das man im neunzehnten Jahre für ſeine erſte Freundin fühlt, und er befindet ſich um eilf Uhr Abends allein bei dem Gegenſtande ſeiner Zärtlichkeit in einem kleinen, ab⸗
gelegenen Zimmer, und das liebenswürdige Kind hat
den Riegel vorgeſchoben und fängt an, ſich zu ent⸗ kleiden, um in's Bett zu ſteigen. Wo iſt der Liebende, der in dieſem Augenblicke bei Vernunft bleiben könnte? Arme Blanca, ich zittere für dich! Du haſt zwar einen
Talisman, allein ich ſetze kein großes Zutrauen in
ſeine Macht, beſonders wenn du Urbain auch noch
die Stelle, wo er ſich befindet, ſehen läßt. 3 Zitternd, beſtürzt, ſeufzend und kein Wort ſprechend
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