Teil eines Werkes 
3. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Erſtes Kapitel. Wie wird es gehen?

Wenn man mit Inbrunſt liebt, und den Augen⸗ blick herannahen ſieht, in welchem man ſich allein bei dem Gegenſtande ſeiner Liebe befinden wird, ſo fühlt man eine Verwirrung, eine Gemüthsbewegung, über die man nicht Herr werden kann: man ſcheint zu be⸗ fürchten, ſein Glück nicht ertragen zu können, oder eine ſo ſüße Hoffnung nicht verwirklicht zu ſehen. Be⸗ ſonders wenn man noch mit der ganzen Offenherzigkeit und Unbefangenheit der Jugend liebt, erfüllt uns die Stunde der erſten Zuſammenkunft mit nicht geringerer Bangigkeit als die Abſchiedsſtunde, die uns von den Orten wegruft, die wir lieben. Warum fürchten und ſeufzen wir im Augenblicke des Glückes? Arme Sterbliche! es ſcheint, wir ſeien ſtets über unſer Glück erſtaunt. In Wahrheit, dieſes Erſtaunen ſchwindet mit dem Alter und der Erfahrung; dann erregen dieſe entzückenden Zuſammenkünfte nimmer dieſelben Ge⸗ fühle in uns; wir betrachten ſie bloß als Zerſtreu⸗ ungen, und lachen über jene Verwirrung, über jene Verlegenheit, die unſere erſten Schritte bei den Damen begleiteten. Undankbare! wir ſpotten über das, was uns beglückte, über jene ſüßen Gefühle, die uns ent⸗ ſchwunden ſind wie alle Trugbilder der Jugend; wir