würdigen Gaſte die verlangte Summe darzureichen.
Dieſer empfängt ſie mit einem liebenswürdigen Lä⸗
cheln, grüßt ſie dann in dem Tone eines Menſchen, der über ſich ſelbſt entzückt iſt, und ſagt zu ihnen: „Auf Wiederſehen, meine jungen Freunde; ſuchen Sie ſich an die Hauptſtreiche zu erinnern, die ich Sie gelehrt habe.“
Nachdem er dieſes geſprochen hat, entfernt ſich der Ritter ſchnell und denkt nicht mehr an den Ku⸗ gelwurf. Da er einen vollen Magen und eine Piſtole in der Taſche hat, ſo iſt er mit ſeinem Tagewerke ſehr zufrieden; der weiße Wein, den er im Ueber⸗ maße genoſſen hat, erweckt in ihm die Luſt zu Aben⸗ teuern: er fühlt ſich vorzüglich zur Zärtlichkeit ſehr aufgelegt. Allein wenn Bacchus die Eigenſchaft hat, daß er unternehmend macht, ſo ſind der Geruch des Weins und die Reden eines betrunkenen Menſchen keine günſtigen Hülfsmittel in der Liebe. Es iſt ſchon längſt Nacht, als Chaudoreille von dem Marktplatze Saint⸗Germain zurückkommt; alle Frauen betrachtend, denen er begegnet, und zwiſchen den Zähnen murmelnd:
„lle Teufel, ich muß dieſen Abend eine Eroberung
machen.. ich fange an, meiner Zuchtſtute müde zu werden, die fünfundvierzig Jahre alt iſt und deren eines Bein kürzer iſt als das andere... es iſt wahr, ſie überhäuft mich mit Artigkeiten, ſie wäſcht mein Weißzeug und beſſert meine Krauſe aus, allein eine kleine Untreue im Vorübergehen... meine Venus wird nichts davon erfahren...“
Chaudoreille iſt in der Straße Montmartre ange⸗


