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zu gewöhnen gewußt, ihm jeden Abend um ſieben Uhr die Thüre des Hauſes zu öffnen. Die Gegen⸗ wart der falſchen Urſula iſt für Blanca und Mar⸗ garethen ein Bedürfniß gewordenz; die Letztere fidnet ein großes Vergnügen daran, Hexengeſchichten er⸗ zählen zu hören, und das junge Mädchen, ihre Lieb⸗ lingsromanze einzuüben. Allein Margarethe ſchläft nicht immer, und auch während ſie wacht, will Blanca, daß er ihr ſingen ſoll. Dieſer gehorcht ihr; allein um der Alten keinen Verdacht einzuflößen, verfälſcht er in ſolchen Fällen ſeine Stimme und Blanca ruft unwillig aus:„Ach, das iſt nicht gut! Sie ſingen heute nicht ſo hübſch als gewöhnlich; das macht mir nicht mehr daſſelbe Vergnügen.“
Während Urbain ſich an dem Glücke berauſcht, Blanca zu ſehen und aus ihren Augen das ſanfteſte Gefühl ſchöpft; während das junge Mädchen ſich ohne Zwang dem Vergnügen überläßt, das ſie in Urſula's Geſellſchaft findet, und dieſer ihre geringſten Gedanken anvertraut; während endlich die alte Mar⸗ garethe den Kopf voll von furchtbaren Erzählungen und der Zauberin von Verberin zugeſtoßenen wun⸗ derbaren Begebniſſen hat, und ſich gegen alle Schlin⸗ gen des Teufels dadurch verwahrt, daß ſie ihre Finger jeden Abend mit dem kleinen Stück Tuch des jungen Studenten reibt; was ging indeſſen in dem Luſthauſe des edeln Marquis von Villebelle vor? Bewohnt die brennende Julia es noch, und hat ſich der Marquis die Mühe gegeben, ein wenig Liebe gegen die junge Italienerin zu heucheln, um ſie zu unterwerfen?


