118
würde ich den ganzen Fehler auf mich nehmen und ihn beſänftigen.“ 5
„Nun denn, es ſei ſo; wir werden morgen das Abenteuer ihrer Tante erfahren.“
„Ja, Jungfer Margarethe... Ahl wollen Sie wohl die Güte haben, mir meinen Talismann zu⸗ rückzugeben?“
„Ja, mein Kind, das iſt nicht mehr als billig! Ach, mein Gott! wo habe ich ihn hingebracht? hat ihn mir der Satan weggeſtohlen, ich hatte ihn ſo eben noch in meiner Hasd.“
„Hier, meine Beſte, hier iſt er,“ ſagte Blanca, nach dem Kamine zeigend;„Sie haben ihn in die Aſche fallen laſſen.“
„Das iſt, meiner Treu', wahr,“ erwiedert die Alte, das kleine Stück Tuch aufhebend;„ach⸗ mein Gottl es iſt ein wenig angebrannt...“
„O, das iſt gleich, Mademoiſelle,“ ſagte Urbain, „das kann ihm nichts von ſeiner Kraft benehmen.“
„Nein, gewiß nicht, mein Kind, und wenn es auch verbrannt wäre, ſo hätte auch die Aſche noch die nämliche Eigenſchaft.“
Urbain nimmt ſeinen Talismann wieder, verab⸗ ſchiedet ſich von Blanca, und ihr wiederholend:„Mor⸗ gen ſehen wir uns wieder!“ verläßt er das Haus des Barbiers.
Mehrere Tage ſind verfloſſen, und jeden Abend hat Urbain das Glück gehabt, Blanca zu ſehen; da⸗ durch, daß er immer neue Geſchichten erſinnt, durch die er Margarethens Neugierde reizt, hat er die Alte


