Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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nicht lange hier behalten dürfen... und ſie muß uns eine gewiſſe Geſchichte erzählen.

Laß ſie doch, ſagte Blanca,einen Augenblick ausruhen, ſie ſieht ermüdet aus. Bedürfen Sie Etwas? 9 3

Ich danke Ihnen, ſagte Urbain, die Augen auf das liebenswürdige Kind heftend, ſie aber ſogleich wieder niederſchlagend, denn er befürchtet, ſie möchte in ihnen die ganze Liebe leſen, die ſeine Bruſt ent⸗ flammt hat, und er fühlt wohl, daß es nicht der geeignete Augenblick ſei, um ſich ihr zu entdecken. Zudem iſt er in Blanca's Nähe ſo glücklich, daß er ſein Glück verlängern will, und, Dank ſeiner Ver⸗ kleidung, er kann das liebenswürdige Mädchen ſehen, er kann ihre Reize, ihre Holdſeligkeit genießen, weit beſſer, als wenn er ſich ihr in ſeiner wahren Geſtalt zeigte. Vor einem Liebhaber iſt das freimüthigſte Mädchen ſtets ſchüchtern, verlegen, zurückhaltend, während es ſich in der Nähe einer Perſon ſeines Geſchlechts den Eindrücken, die es empfindet, ohne Zwang überläßt.

Sie ſuchen alſo einen Platz? ſagte Blanca, ſich neben Urbain niederſetzend.

Ja, Mademoiſelle.

Sind Sie ſchon lange in Paris?

Vierzehn Tage, Mademoiſelle.

Und Ihre Eltern?

Ich habe keine mehr, Mademoiſelle, ich bin Waiſe...

Armes Mädchen... Sie theilen daſſelbe Schick⸗