Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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Freude erreicht; es däucht ihm, er athme eine reinere Luft in dieſem, von ſeiner Geliebten bewohnten Hauſe; er glaubt ſich in dem Wohnorte der Seligen, wäh⸗ rend er eine kleine Wendeltreppe hinaufſteigt, und die ſchwarzen und alten Mauern, die ihn umgeben, haben mehr Reize in ſeinen Augen, als der Marmor und die goldenen Zimmerdecken des Louvre.

„Sie wird meine Gebieterin ſehen,“ ſagte Mar⸗ garethe,„ich habe ſie unterrichtet; aber fürchte ſie nichts: ſie iſt ſo liebenswürdig als gut, ſie kann ohne Gefahr vor ihr reden, ſie iſt die Beſcheidenheit ſelbſt; übrigens ſieht ſie Niemand, und geht niemals aus. Mein Herr fürchtet für ſie die Unternehmungen jener Zierlinge, jener ſchlechten Menſchen, welche die armen Mädchen bloß zu beſchwatzen ſuchen... es iſt wahr, daß meine kleine Blanca ſo hübſch iſt!... ſie würde allen unſern großen Herren den Kopf verdre⸗ hen. Sie wird ſie ſehen und ſelbſt darüber urtheilen können; jetzt ſind wir vor ihrem Zimmer. Komm' ſie und zittere ſte doch nicht ſo; was für ein kindiſches Weſen iſt doch das?“

Urbain zitterte in der That, und das Herz ſchlug ihm ſo ſtark, daß er ſich einen Augenblick an die Mauer lehnen mußte.

Während deſſen öffnet Margarethe die Thüre und ſagt zu Blanca:„Da iſt ſie...“ er

Blanca ſteht auf, um dem jungen Mädchen ent⸗ gegen zu gehen, das ihr die Alte zuführt und das ſie mit dem liebenswürdigſten Lächeln empfängt. Ur⸗ bain hat die Augen erhoben, er hat Blanca geſehen,