Teil eines Werkes 
2. Th. (1845)
Entstehung
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ſuches ein außerordentliches Ereigniß für ſie iſt, und die geringſte Neuigkeit denjenigen, welche ihr Leben ohne alle Zerſtreuung zubringen, großes Vergnügen macht. So zerſtreut und beſchäftigt ein Sturm oder ein Platzregen einen armen Gefangenen; ſo wird eine Bouteille Wein ein herrliches Gaſtmahl für den Tagelöhner ſein, der nur Waſſer zu trinken gewöhnt iſt; ſo wird ein Theaterbillet die höchſten Wünſche der armen Arbeiterin, die täglich zehn Sous ver⸗ dient, befriedigen; ſo wird ein kleiner Rock von Kat⸗ tun eine ehrliche Griſette glücklich machen; und ſo erwarten diejenigen, welche die ganze Woche arbei⸗ ten, den Sonntag mit Ungeduld, während Schau⸗ ſpiele, Gaſtmähler, Muſik, ſchöne Kleider das Herz vieler Leute nicht mehr zu erfreuen vermögen. Dem⸗ zufolge wären die Armen glücklicher als die Reichen.

Endlich ſchlägt die Uhr von St. Euſtach ſieben; der Barbier hat Blanca und Margarethen ſchon lange auf ihr Zimmer zurückgeſchickt. Die alte Dienerin ſteigt langſam die Treppe hinab, wobei ſie ſo wenig als möglich Geräuſch zu machen ſucht und das Licht ihrer Lampe mit der Hand verhüllt. Sie öffnet die Hausthüre und bemerkt die Bäuerin, die bereits ſeit einer Viertelſtunde hier wartet.„Es iſt gut,“ ſagte Margarethe,„ſie iſt pünktlich; aber pſt, ſprech' ſie nicht, mach' ſie kein Geräuſch und laß' ſie ſich füh⸗ ren.“

Urbain macht eine leichte Verbeugung und tritt in die Hausflur, deren Thüre Margarethe ſachte zu⸗ ſchließt. Jetzt hat unſer Verliebter den Gipfel der