35
Gemach getreten; Marcel bleibt ehrfurchtsvoll an der Thüre ſtehen und ſcheint Befehle zu erwarten.
„Dieſer Ort iſt herrlich,“ ſagte Julia;„allein ich ſehe den Marquis nicht.“
„Sie werden ihn bald ſehen, Madame,“ erwiedert Touquet;„in einer Stunde wird er hier ſein. Indeſſen belieben Sie Alles zu verlangen, was Ihnen ange⸗ nehm ſein kann; Ihren Wünſchen wird auf der Stelle entſprochen werden. Dieſe Klingel wird unten ge⸗ hört... nicht wahr, Marcel?“
„Ja, mein Herr; und da Madame vielleicht Etwas zu eſſen wünſcht, ſo habe ich in dem anſtoßenden Kabinet ein kleines Abendeſſen bereitet.“
Marcel zeigte eine durch einen Spiegel verhüllte Thüre; der Barbier öffnet ſie, und man ſah ein zweites, kleineres, aber gleichfalls beleuchtetes und eben ſo prachtvoll ausgeſchmücktes Zimmer, nur wa⸗ ren die Behänge von hochrothem Sammt und mit goldenen Franſen geſchmückt, während in dem erſtern Zimmer hellblau und Silber die Alleinherrſchaft führte.
„Er hat mich nicht betrogen,“ ſagte Touquet, einen Blick in das zweite Zimmer werfend,„als er mir ſagte, er habe einen bezaubernden Ort aus die⸗ ſem Hauſe gemacht. Welcher Luxus! welche Pracht!... wie viel Geld iſt für alles das ausgegeben worden ... und er fühlt ſich nicht glücklich!“
Julia hatte ſich auf ein Ruhebett gelegt und ſchien nachdenkend. Der Barbier grüßte ſie, und Marcel ein Zeichen gebend, entfernte er ſich mit ihm aus dem Gemache.


