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auf den Straßen zu ſingen? Es machte mir ſo großes Vergnügen, dieſe Romanze zu hören! Was that die⸗ ſer junge Menſch Böſes?... denn ein junger Menſche ſang, nicht wahr, meine Gute? Es iſt nicht die Stimme eines Greiſen. Ach, wie ſchön ſang er! nie noch habe ich eine ſo ſchöne Stimme gehört... es machte einen ſonderbaren Eindruck auf mich... mein Herz ſchlug, allein vor Freude... und Du, Margarethe?“
Margarethe, deren Herz bloß vor Furcht ſchlug, begnügte ſich damit, zu wiederholen:„Gehen Sie ſchnell zu Bette, laſſen Sie uns das Licht ausblaſen, und ſagen Sie vor Allem morgen nicht, daß Sie den Sänger gehört haben; dieß würde beweiſen, daß Sie nicht ſchliefen, und Herr Touquet will, daß man ſchläft, ſobald man zu Bette iſt.“
Blanca mußte wohl den dringenden Aufforderun⸗ gen der alten Dienerin nachgeben: ſie ging zu Bette, allein ſie konnte nicht ſchlafen; die Stimme des jun⸗ gen Sängers hallte noch in ihren Ohren, und bei dem geringſten Geräuſche, das ſie auf der Straße hörte, glaubte ſie, es rühre von dem Sänger her. Was Margarethe betraf, ſo legte ſie ſich, nachdem ſie das Licht ausgeblaſen hatte, auf den Seſſel neben dem Feuer hin, und ſchlief ein, ein Gebet murmelnd, das die böſen Geiſter verjagen ſollte.
Der Tag iſt auf dieſe ereignißreiche Nacht ge⸗ folgt: Blanca hat ſich bereits von ihrem Lager er⸗ hoben, ſie ſcheint tiefſinnig und befangen. Die Stimme des jungen Menſchen macht ſie noch immer träumen; noch nie gekannte Wünſche regen ſich in ihrer Bruſt,


