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Augen zuzufallen anfingen, war im Begriff, ſich in's Bett zu legen, als die Klänge der Guitarre ſich ver⸗ nehmen ließen. Blanca hörte, gab Margarethen ein Zeichen, ſie ſolle ſchweigen, und erkannte bald mit Entzücken die Melodie, welche ſie lernen wollte. Z3 der Nachtzeit hat die Muſik etwas Süßes, etwas Ver⸗ 3
führeriſches; ſie findet den Weg zur Seele ſchneller. Urbains Stimme war beugſam und melodiſch; Blanca blieb wonnetrunken, regungslos ſtehen, als ob ſie durch die geringſte Bewegung einen Ton zu verlie⸗ ren gefürchtet hätte, während Margarethe mit er⸗ ſtaunter Miene und gähnendem Munde das liebens⸗ würdige Kind betrachtete, ohne, wie es ſchien, von der Muſik in gleichem Grade ergötzt zu werden. Al⸗ lein Margarethe war über ſechszig Jahre alt; die Muſik konnte daher nicht mehr dieſelbe Wirkung auf ſie hervorbringen wie auf Blanca; die Töne trafen nur ihr Ohr, während ſie im Herzen des ſechszehn⸗ jährigen Mädchens einen ſüßen Nachhall fanden. Bald machte das Geräuſch, das ſich auf der Straße hören ließ, Blanca's Glück ein Ende; ſie erkannte die Stimme des Barbiers, und die Drohungen, welche er aus⸗ ſtieß, erfüllten ſie und Margarethen mit Schrecken. Die Letztere rief alsbald aus:„Gehen Sie zu Bette,„ gehen Sie alsbald zu Bette, mein Kind, und laſſen Sie uns das Licht auslöſchen. Wenn Herr Touquet bemerkte, daß Sie noch wachen... wenn er mich hier fände... Ach, gute heilige Jungfrau! ich wäre verloren!“ „Allein, warum erzürnt er ſich ſo über den Sän⸗-⸗ ger?“ ſagte Blanca;„iſt es wohl verboten, des Abends


