Chaudoreille erhebend, während er ihm mit der
andern den Arm ſo heftig ſchüttelt, daß ein großer Theil des Weins die Wangen und den Hals des Ritters benetzt.
„Nichts, nichts! ich ſchwöre Dir!“ ſtammelt der Ritter, die Augen niederſchlagend, um den Blicken des Barbiers nicht zu begegnenz vich ſagte Dir bloß⸗ daß dieſer Wein Bläschen(ſleurs, Blumen) werfe, und daß, wenn Du mir einige Bouteillen davon zum Aufbewahren geben wollteſt, ich ſie allen Blicken ent⸗ ziehen wollte... ich glaube, daß ich dieß ſagen wollte, denn Du wirfſt durch Dein wüthendes Feſthalten an meinem Arme alle meine Gedanken durcheinander... ich weiß ſelbſt nicht mehr, was ich ſage.“
Touquet läßt Chaudoreille's Arm los, gleichſam beſchämt über ſeine wüthende Bewegung, und ſagt, ſich neben ihn ſetzend, in ruhigerem Tone:„Es gibt Dinge, die ich geheim zu halten wünſche, nicht, als ob ſie ſehr wichtig wären... Uebrigens glaube ich, daß Du Dich niemals erfrechen wirſt, Etwas über mich zu ſchwatzen... Du weißt zu gut, daß mein Dolch Dich augenblicklich des Organs berauben würde, von dem Du einen ſolchen Gebrauch machteſt!“
„Der Teufel! von was ſoll ich ſchwatzen?“ ſagte Chaudo reille, mit ſeinem kleinen ſeidenen Schnupf⸗ tuche ſein Geſicht und ſeine Kleider abwiſchend, als ob er befürchte, Touquet wolle ihm bereits die Zunge ausſchneiden.„Du haſt mir nie Etwas von Deinen Angelegenheiten geſagt... ich bin nicht der Mann, der die geringſte Lüge zu erfinden fähig wäre.“


