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ſingen nur noch die Blinden und die Orgelſpieler Liebesgeſänge auf den Straßen.
Als die den Liebenden günſtige Stunde herbeige⸗ kommen war, hatte ſich Urbain in die Straße des Bourdannais verfügt: er hatte das Haus des Bar⸗ biers leicht erkannt, da er es des Morgens ziemlich lange betrachtet hatte. Ein kleines Licht, das durch die Scheiben von Blanca's Fenſter ſchimmerte, ſchien zu verkünden, daß das junge Mädchen noch nicht ſchlafe, dann hatte Urbain, ohne zu bedenken, daß die andern Bewohner des Hauſes ihn hören werden, geſungen, und ſeiner Stimme den zärtlichſten Aus⸗ druck gegeben.
Wir haben geſehen, welche Folge dieſe Unbeſon⸗ nenheit hatte; bei dem Geräuſche der ſich öffnenden Riegel entfernte ſich der junge Menſch ſchnell, und, am Eingange der Straße des Mauvaises-Paroles verſteckt, hörte er die Drohungen und Schwüre des Barbiers.
„Er iſt davon gelaufen!“ ſagte der Barbier, in den Saal zurückkehrend und ſeinen Dolch erzürnt auf den Tiſch werfend. Dieſe Worte ſcheinen den Zau⸗ ber gelöst zu haben, der Rolands Klinge in der Scheide zurückhielt, und Chaudoreille zieht ſeinen Degen mit Blitzesſchnelle, fährt mit ihm in der Luft umher und rennt haſtig in den Laden, indem er aus⸗ ruft:„Ah! jetzt, meine Herren Sänger, jetzt ſollt ihr eure Wunder erfahren.“
„Ich habe Dir ſchon einmal geſagt, es ſei Nie⸗ mand mehr da!“ ruft Touquet aus, während Chau⸗
Paul de Kock. LVI. 2


