125 Schlußreim noch.“ Blanca ſingt jetzt mit Ausdruck:
„J'aime et c'est pour la vie, ma mie est tout pour moi.“(Ich liebe und liebe auf immer, mein Liebchen gehört ganz mein.) Der Barbier zieht ſeine dichten Brauen zuſammen, während Blanca ſpricht.„Wie! Sie haben die Ro⸗ manze ſchon gelernt?“ ſagte er in ironiſchem Tone.
„Nicht die ganze Romanze, ſondern bloß den Schlußreim.“
„Und dieß iſt das erſte Mal, daf Sie ſie hörten?“
„Ja, mein Herr.“
„Sie hatten alſo Ihr Fenſter geöffnet?“
„Nein, obſchon ich Luſt dazu hatte; allein ich hatte mich ganz an die Scheiben gelehnt, um beſſer zu hören.“—
„Und beſſer zu ſehen, ohne Zweifel.“
„Sehen? O, ich hörte lieber,“ erwiedert Blanca, faſt erſchrocken über den Ausdruck der Augen des Barbiers.
„Sind keine Vorhänge an Ihrem Fenſter?“ er⸗ wiedert Touquet nach einem augenblicklichen Still⸗ ſchweigen.
„Ja, mein Herr!“ erwiedert furchtſam das junge Mädchen.
„Blanca, ich habe es Ihnen ſchon oft geſagt: ich ſeehe es nicht gerne, wenn man ſich von den Leicht⸗
füßen, die in diden Straßen auf nnd ab gehen, beäu⸗
geln läßt..
„ Aber,) mein Freund, kann man mich hinter den Scheiben ſehen?“


