Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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ſie glaubt, daß ich in ſie verliebt ſei, und erwartet mit Ungeduld meine Erklärung. Ich bin unverbeſſer⸗ lich!... ich laſſe mich hinreißen... und ich verdrehe ihr den Kopf, ohne es zu merken. Beeilen wir uns, ſie zu enttäuſchen.

Nein, ſchöne Brünette, Sie muthmaßen nichts, erwiedert er, die Augen mit kokettiſcher Geberde niederſchlagend,ich muß Ihnen geſtehen, daß es ſich nicht von mir handelt, und daß ich nur der Ge⸗ ſandte der Amoretten bin, obſchon Sie mich für den Amor ſelbſt hätten halten können.

Ein lautes und anhaltendes Lachen, in das Julie ausbrach, hindert Chaudoreille fortzufahren; er weiß anfangs nicht, wie er dieſe Ausbrüche von Frohſinn nehmen ſoll, allein da ſeine Eigenliebe ihn die Dinge ſtets in dem für ihn günſtigen Lichte erblicken läßt, ſo entſchließt er ſich, ebenfalls zu lachen, während er zu dem jungen Mädchen mit halblauter Stimme ſagt:Nicht wahr, es iſt ſehr drollig, mich die Rolle des Botſchafters eines Liebhabers ſpielen zu ſehen? Ich, der ich ihnen faſt alle ihre Eroberungen weg⸗ kapere!... das iſt in der That ſehr luſtig!

Nun denn, Herr Geſandter, theilen Sie mir Ihre Botſchaft mit, ſagte Julie, einen mitleidigen Blick auf den Abgeſandten werfend.

Chaudoreille blickt noch einmal umher, legt einen Finger auf ſeinen Mund, betrachtet die Perſonen, die ſich in dem Laden befinden, entfernt das Tabouret, auf welchem die Katze liegt, von ſich, beugt ſich dann nach Julie mit der Miene eines Verſchwörers