Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſonſt bemühte, die Geſichtszüge der vor ihr ſtehenden

Perſon zu erſpähen;„ja, hier wohnt... und Sie ſind ohne Zweifel der Freund, den mein Herr er⸗ wartet.“

„In dieſem Falle führen Sie mich zu ihm,“ ſagte

der Fremde.

Margarethe verſchließt die Thüre und bittet den Unbekannten, ihr zu folgen. Die Hausflur und den langen Gang durchſchreitend, kehrt ſie ſich oft um und hält ihre Lampe dem Fremden vor das Geſicht, unter dem Vorwande, ihm zu leuchten, der That nach aber, um Etwas zu entdecken, woran ſie das Individuum, das ſie in das Haus eingeführt hat, erkennen könnte. Alle ihre Bemühungen ſind ver⸗

4 geblich. Der Fremde beugt den Kopf nieder und hält den Mantel ſtets gegen das Geſicht. Marga⸗ rethe ſieht ſich hierdurch darauf beſchränkt, ſeine Halb⸗ ſtiefel zu unterſuchen, die weiß, trichterförmig und mit Sporen verſehen ſind. Dieß ſchien eine ausgeſuchte Kleidung anzudeuten, allein viele Perſonen trugen damals ſolche; dieſer Theil der Kleidung konnte da⸗ her Margarethe in ihren Muthmaßungen nicht ſicher leiten.

Man kommt in dem Saale an, in welchem ſich der Barbier befindet, und der Fremde tritt leichten Tritts ein, während die Dienerin zu ihrem Herrn ſagt:„Mein Herr, hier iſt die Perſon, die ange⸗ klopft hat; ich weiß nicht, ob es der Freund iſt, den Sie erwarten.. ich habe nicht ſehen können...“ Der Barbier läßt Margarethen nicht Zeit, ihre