Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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fragte die alte Magd erſtaunt.

„Ja, ich erwarte einen Freund... Stelle ſie einen Becher weiter auf den Tiſch, er wird mit mir zu Nacht ſpeiſen.“

„Ich zweifle ſehr, daß er kommt,“ ſagte Marga⸗

rethe, die Befehle ihres Herrn ausführend,„es iſt ſpät und erſchrecklich ſchlimmes Wetter; man muß ſehr

kühn ſein, wenn man ſich um dieſe Stunde allein

auf die Straßen wagen will!“

In dieſem Augenblicke wurde ſtark an die Thüre* des Ganges geklopft und der Barbier rief, während

ein unmerkliches Lächeln um ſeine Lippen ſpielte:„Er iſt es.“

Zweites Kapitel. Der große Herr und der Barbier.

Die alte Magd ſchrack zuſammen, als ſie klopfen hörte, und ihren Herrn anblickend, ſtammelte ſie: „Soll ich öffnen, mein Herr?“

„Ohne Zweifel. Habe ich ihr nicht geſagt, daß ich meinen Freund erwarte,“ erwiederte der Barbier, neues Holz in's Feuer legend.„Geh' ſie, Marga⸗ rethe, geh' ſie.“

Die alte Magd war ſehr furchtſam, ſie ſchien noch zu zaudern; ein Blick von ihrem Herrn machte ſie entſchloſſen: ſie nahm eine Lampe und ſchritt nach dem Gange zu, der in die Hausflur führte. Mar⸗ garethe war achtundſechszig Jahre alt; Arbeit und

„Wie, erwartet mein Herr Jemand dieſen Abend?“

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