17 *legt. O, das iſt ein Geheimniß! das iſt wunder⸗ bar!.. allein ich kann es Monſieur wohl anver⸗ trauen;z unſere Nachbarin, die Seidenhändlerin, hat mich mit der Sache bekannt gemacht: man ſpricht über ein kleines Stück Schreibpergament gewiſſe Worte, dann macht man gewiſſe Zeichen, und dieß 4 wird ein Talisman, der gegen alles Unglück ſchützt. Einen ſolchen hatte die Königin Katharina von Me⸗ dicis, die ihn ſtets an ihrem Buſen trug. Hören Sie daher, mein Herr, wir dürfen nicht zweifeln, daß es Zauberer, daß es Schwarzkünſtler gibt, weil der Teufel vor einigen Jahren in dieſer Stadt zwei erwürgt hat, diejenigen abgerechnet, welche durch die brennende Kammer verurtheilt worden ſind. Man thut daher nicht unrecht, wenn man ſich gegen ſie verwahrt, und der Talisman, den ich der Jungfer Blanca gegeben habe, muß, weit entfernt, die böſen Geiſter herbeizulocken, ſie wenigſtens auf eine Ent⸗ fernung von einer Stunde verbannen und die Wir⸗ kung aller Zaubereien vereiteln, die man anwenden könnte, um über ihre Tugend zu ſiegen! O, der koſtbare Talisman, hätte ich ihn doch im zwanzig⸗ ſten Jahre gehabt!. Aber Sie ſpeiſen nicht zu Nacht, maein Oerr; haben Sie keinen Appetit?“ 4 Touquet erhob ſich raſch und ſah auf eine höl⸗ zerne Uhr, die ſich im Hintergrunde des Zimmers befand. 9„Neun Uhr!“ ſagte der Barbier ungeduldig,„und er kommt nicht!“
Paul de Kock. LV.
————: . 2 *


