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ſie vor ihrer Naſe am Kinn zu nehmen und ihnen verliebte Schmeicheleien zu ſagen!... Alles dieß um einen Kragen Schminke oder ein Dutzend Schnüre zu verkaufen. Pfui! es iſt eine Schande, Alles zu ſehen, was bei ihnen vorgeht. Wenn ich in die Hallen gehe, um einzukaufen, ſo bin ich von Schur⸗ ken umgeben, die ſich ein Vergnügen daraus machen, die Käufer und Verkäufer zu plündern, in den Kör⸗ ben zu wühlen; dann muß ich Geſänge hören, die voll Unanſtändigkeiten und Zoten ſind. Gute, heilige Margaretha, wo ſind wir!... Die Schulerknaben, ausſchweifender als je, höhnen, ſchwelgen und bege⸗ hen tauſend liederliche Streiche; die jungen Leute vom Stand beſuchen die Ballhäuſer, die Kneipen ſind ſtets mit Dolchen oder Degen bewaffnet, und.. ach! mein theurer Herr, der Satan hat ſich unſerer Stadt bemächtigt, er will ſie als ſeine Beute ver⸗ ſchlingen!“
Margarethe hielt von Neuem inne, um zu hor⸗
chen. Der Barbier beobachtete noch immer das tiefſte
Schweigen, aber er ſchlief nicht; denn mehrmals war er mit ſeiner rechten Hand über ſeine Stirne gefahren und hatte ſeine Locken zurückgeworfen. Für einen, der gerne plaudert, iſt es ſchon viel, gehört zu werden, oder wenigſtens zu glauben, daß dieß der Fall ſey; die alte Magd war im Zuge, und ſie fand ſelten eine ſo ſchöne Gelegenheit. Nach einer kurzen Pauſe fuhr ſie daher wieder fort:„Dank dem Himmel, ich bin in einem guten Hauſe und kann mit Stolz ſagen, daß in den acht Jahren, ſeit


