Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

ſchon den Verliebten Gehör ſchenken!... Wie ſchade wäre es, wenn dieſer hübſche Schatz dem Teufel in die Krallen fiele!... allein wir werden ihn unange⸗ taſtet erhalten... ja, ja, ich bin es verſichert. Ich habe zu dieſem Ende alle möglichen Anſtalten ge⸗ troffen; denn es reicht nicht hin, über ein junges Mädchen zu wachen; der Teufel iſt ſo boshaft! und alle dieſe Junggeſellen, dieſe Pagen, dieſe Studen⸗ ten ſind ſo unternehmend!l... ohne die jungen Cdel⸗ 1

lleute zu zählen, die ſich kein Gewiſſen daraus machen,

Mädchen und Frauen zu entführen, und als einzige Entſchädigung einen Stoß mit dem Degen verſetzen, oder Diejenigen, welche dieß übel aufnehmen, durch

ihre Lakaien abbläuen laſſen. Gute, heilige Marga⸗ 5.

retha, in welcher Zeit leben wir! Man muß ſich be⸗ ſchimpfen, beleidigen, beſtehlen laſſen!... ja, ſelbſt beſtehlen laſſen!... denn was hilft es, den Thäter über der That zu ertappen! Wenn man Recht ver⸗

langt, ſo fragt man, ob man als Partei auftrete;

wenn man nein ſagt, ſo läßt man den Schuldigen frei, ſagt man ja, ſo erkundigt man ſich, ob man die Koſten der Procedur bezahlen kann; in dieſem Falle hat man das Vergnügen, den Schurken vor ſeiner Thüre peitſchen zu ſehen; dieß kommt einem jedoch theuer zu ſtehen. Iſt man aber von einem Mächtigen, von einer hohen Standesperſon beleidigt worden, ſo muß man ſchweigen, bei Strafe, ſein Leben in der Baſtille oder in Chatelet zu enden.

Margarethe ſchwieg einige Minuten lang, die ort ihres Herrn erwartend; da ſie aber keine