Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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Weſen, ein Muſter von Tugend, Beſtändigkeit und Vollkommenheit! Aber die Teufels⸗Eltern betrachten die Dinge gar ſonderbar, wodurch dem geliebten Gegenſtand mancher Eintrag geſchieht; ſie ſehen nicht durch das Prisma der Liebe, ſondern ſie entdecken immer einen Flecken oder einen Makel, der dem Ge⸗ mälde nachtheilig iſt, und ein Liebhaber kann es nicht leiden, wenn man ſeine Schöne tadelt.

Endlich wurde Herr von Merville wieder herge⸗ ſtellt und lebte wieder ſeiner Gewohnheit gemäß, welche darin beſtand, daß er einen großen Theil ſei⸗ ner Zeit bei einem ſeiner Freunde zubrachte, deſſen Schloß unfern von dem ſeinigen nahe bei Ramber⸗ villiers lag. Spazierengehen, Jagen und Fiſchen waren die Beſchäftigungen dieſes Herrn. Herr von Merville machte ſeinem Sohne den Vorſchlag, Theil an ſeinen Vergnügungen zu nehmen; dieſer ſchlug es aber aus. Frau von Merville machte daher ihren Gatten auf Karls Traurigkeit aufmerkſam.„Potz Tauſend, Madame,“ entgegnete unſer Edelmann, „der Junge ſchlägt mir nach, er hat ſchon Reiſen gemacht, die Welt geſehen, und noch kein Weib ge⸗ funden, welches mit ihm ſympathiſiren könnte; das mißſtimmt ihn!“—„Ich glaube das Gegentheil, mein Herr... ich vermuthe, daß er Heimweh nach einer Geliebten hat.“—„Glauben Sie das, Ma⸗ dame? Sie ſind der Meinung, Ihr Sohn habe ſo ſchnell gefunden, was ich zeitlebens vergebens geſucht habel... das iſt nicht möglich!... Wenn es übrigens der Fall wäre, ſo iſt es thöricht von ihm, daß er