das Gemüth der zärtlichen Eltern. Man ſtellte tau⸗ ſenderlei Fragen an ihn und er ſchützte, um ſich aus der Verlegenheit zu ziehen, einen Sturz vom Pferde, ein zerquetſchtes Bein und dergleichen vor; ſolche Er⸗ eigniſſe kommen den Söhnen vornehmer Familien, die man hinausſchickt, ſich in der Welt umzuſehen, während ſich oft ihr ganzer geographiſcher Curſus auf Paris beſchränkt, manchmal ſehr zu Statten. Herrn von Merville's Krankheit war nicht ſo ge⸗ fährlich, wie man anfangs geglaubt hatte, aber die
Geneſung ging langſam vor ſich, und der theure 3
Sohn durfte nicht von dem Vater weichen. Schon war die Zeit verfloſſen, die er zu ſeiner Rückkehr in den Pachthof beſtimmt hatte; unſer Verliebter ſeufzte, wenn er an ſeine Georgine dachte.„Was wird ſie von mir denken? ſie wird glauben, ich habe ſie vergeſſen!“ Solche Betrachtungen ſtellte der arme Karl an, der zur Linderung ſeines Grames Morgens, während ſein Vater noch ſchlief, in den Schloßgarten hinabging, um ſeinen Träumereien nachzuhängen! Dort zog er in einer recht düſtern Laube Georginens Taſchentuch aus dem Buſen und bedeckte dieſes Pfand der Treue ſeiner Schönen mit heißen Küſſen.
Die Mütter ſind ſcharfſichtig: Frau von Merville bemerkte die Schwermuth ihres Sohnes; ſie ſuchte ihn auszuforſchen, aber der junge Mann wagte nicht zu geſtehen, daß er ein Landmädchen liebe. Dieſes Landmädchen war zwar allerdings kein gewöhnliches Frauenzimmer, ſondern ein mit allen Vorzügen des Herzens und des Geiſtes ausgeſtattetes reizendes
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