Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
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Mit jedem Augenblick nahm ihre Angſt zu. Es war ſchon lange Nacht! Thereſe beweinte ihre Tochter; Johann ging kreuz und quer auf dem Hof auf und vo, ſtand oft unter das Thor und ſchaute in die Ferne hinaus... dann ſtampfte er ungeduldig mit dem Fuße und gab ſich den traurigſten Vermuthungen hin; die alte Urſula ſprach kein Wort: die Betrübniß ihrer Herrſchaft ergriff ſie ſo ſchmerzlich, daß ſie ſich nichts mehr zu ſagen erlaubte; ſie wünſchte ſehnlich, Georgine möchte nicht ſo ſtrafbar ſein, als ſie glaubte.

Es ſchlägt Mitternacht. Johann nimmt ſeinen Hut und Stock.„Was willſt Du beginnen?“ fragt Thereſe. —„Ich kann es nicht mehr aushalten, ich gehe nach Bondy; wir müſſen durchaus eine Gewißheit erfah⸗ ren.“—„Was fällt Ihnen ein, Herr, um dieſe Zeit und in dieſer Gegend... wiſſen Sie nicht, daß es in dem nächſten Walde nicht recht ſicher iſt? da könnte Ihnen etwas Schönes begegnen!“—„Ich habe keine Furcht! mit dieſem Stocke biete ich Jedem Trotz!“ —„Lieber Johann, begib Dich nicht unnöthig in Ge⸗ fahr; morgen iſt es noch Zeit genug...“—„Mor⸗ gen! Du verlangſt, daß wir die Nacht in ſolch bangem Zuſtande verleben ſollen! nein, man muß wiſſen, was aus ihr geworden iſt.“—„Ach! ſie hat uns verlaſ⸗ ſen!“—„Nein, das iſt unmöglich! vielleicht iſt ſie krank und braucht unſere Hülfe; ich gehe nach Bondy.“ —„Nehmen Sie wenigſtens den Cäſar mit, Herr, er gilt für zwei Männer!“—„Wohlanl! ich will ihn mitnehmen, obwohl ich Deinen Räubergeſchichten kei⸗

Paul de Kock. XLI. 7