ſchließt ſich eilends in ihr Zimmer ein, um dieſes erſte Zeichen ihrer Reue vor ihnen zu verbergen.
„Als ſie allein iſt, läßt ſie ihren Thränen freien Laufz der Gedanke, daß dieſes die letzte Nacht ſei⸗ die ſie in dem Pachthofe zubringe, das Bewußtſeyn ihrer Undankbarkeit gegen Johann und Thereſe quälte Georgine fürchterlich; ſie machte ſich die bitterſten Vorwürfe. Ihre Wohlthäter im herannahenden Alter zu verlaſſen, ſie dem Kummer preiszugeben, während ſie zur Verſchönerung ihrer letzten Tage auf ſie zäh⸗ len!... Ach, das iſt ſehr ſchlecht!... Unſere Heldin fühlt es wohl, ſie verhehlt ſich ihr Unrecht nicht; aber die Erinnerung an ihre Liebe und ihre Schwäche trägt den Sieg davon; ſie glaubt ſich unwürdig, ferner unter einem Dache mit den Pächtersleuten zu wohnen.. der erſte Schritt iſt gethan... und dieſer zieht die andern ſchnell nach ſich.
Saint⸗Ange kommt, über ſeinen Triumph entzückt, das Herz von Georginens Bild erfüllt, in welche er nun wirklich verliebt war, in ſeinem Landhaus an. Als Lafleur ſeinen Herrn ſo vergnügt ſieht, ahnt er das Geſchehene.„Wohlan, gnädiger Herr, Sie haben meinem Rathe gefolgt und Ihren Zweck erreicht?“ —„Ja, Lafleur, ich bin der glücklichſte Menſch!.. Georgine iſt mein!.. ſie erwiedert meine Liebe und meine Leidenſchaft! Ach, nie hat mich ein Weib ſüßere Freuden und ein reineres Entzücken kennen ge⸗ lehrt!“—„Gnädiger Herr, ſo haben Sie ſtets von Ihrer letzten Geliebten geſprochen.“—„Ach, das iſt ein großer Unterſchied!“—„Es mag ſein; übrigens


