wüthend, wie ich war, erinnerte ich Adhemar an die Bedingungen, die ich ihm geſtellt, als ich ihn hei⸗ rathete. Von jetzt an, ſagte ich zu ihm, bin ich nicht mehr Ihre Frau, Sie ſind ſo viel als nichts mehr für mich. Ich gebe Ihnen Ihre Freiheit zu⸗ rück; wir vollzogen unſere Verbindung in einem frem⸗ den Lande, in Frankreich können Sie ſich wieder für unverheirathet ausgeben. Was mich betrifft, ſo höre ich von dieſem Augenblick an auf, Ihren Namen zu tragen und nehme wieder den meines erſten Mannes an. Trennen wir uns auf der Stelle... gehen Sie, mein Herr, wo nicht, ſo werde ich Ihnen den Platz räumen.
„Die Bitten, die Thränen Adhemars waren nicht im Stande, mich zu rühren. Er brach auf, ging aus dem Hauſe und nach einigen Tagen erfuhr ich, daß er Italien verlaſſen habe. Ach! Du kannſt Dir wohl denken, Mathilde, wie ſehr ich litt... wie ſehr ich meinem Herzen Gewalt anthun mußte; er ſchrieb mir nämlich vor ſeiner Abreiſe und gab mir in dieſem Briefe, ohne ſich rechtfertigen zu wollen, zu verſtehen, wie ihn die Buhlerkünſte eines jungen gefallſüchtigen Mädchens in einen Fehltritt hineingezogen hätten, den er nicht vorbedacht gehabt habe. Ehe ich einen Aufenthalt verließ, der mir jetzt unerträglich war, wollte ich wiſſen, was aus Pepita geworden ſei, die an dem Tage der Abreiſe meines Mannes aus dem Hauſe verſchwunden war. Nach viermonatlichen ver⸗ geblichen Nachforſchungen fand ich endlich das junge Mädchen; ſie hielt ſich in einer Strohhütte in der


