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Wittwe und zur freien Herrin meiner Handlungen gemacht hatte, kam mir die Luſt, Italien zu ſehen; ich reiste ab. Zu Neapel lernte ich Adhemar ken⸗ nen: ſein ausgezeichnetes Benehmen, ſein Geiſt, Alles nahm mich für ihn ein. Mein Herz, das noch nie geliebt hatte, flog dem ſeinigen zu; es gibt eine geheime Sympathie, die uns an Den magnetiſch hin⸗ zieht, der unſere Liebe beſitzen ſoll. Adhemar warb um meine Hand, indem er zu mir ſagte: Mein Ver⸗ mögen iſt zwar dem Ihrigen nicht gleich, wenn es ſchon für mich recht wohl hinreicht; allein ich lebe des guten Glaubens, Sie werden überzeugt ſein, daß ich Sie aus Liebe und nicht aus eigennützigen Abſichten heirathe. Ich reichte nun Adhemar meine Hand mit den Worten: Ich glaube an Ihre Liebe; allein überlegen Sie es wohl: ich will Zeitlebens geliebt ſein. Meine erſte Heirath war für mich eine drückende Feſſel, weil ich mit einem Manne ver⸗ bunden worden war, der mich liebte, den aber ich nicht liebte. Da empfand ich es vollkommen, wie grauſam es iſt, mit einer Perſon, die uns mit einer Liebe quält, die wir nicht theilen können, leben zu müſſen. Ich liebe Sie und meine Liebe wird eine unwandelbare ſein! Allein ſollten Sie mich täuſchen ... ſollten Sie mir eines Tages untreu ſein, ſo werde ich Sie augenblicklich verlaſſen, weil ich nicht Willens bin, das für Sie zu werden, was mein erſter Gatte für mich war.
„Adhemar ſchwor mir nun unwandelbare Liebe; ich glaubte ihm und unſere Heirath vollzog ſich. Wir
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