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ſuche?“ fragte Adhemar ganz erſtaunt.—„Sie wollen ohne Zweifel Madame Folicourt, oder viel⸗ mehr Pepita beſuchen..— Ganz recht; allein wer konnte Ihnen ſagen..— In dieſem Hauſe werden Sie ſie finden, im zweiten Stocke, die Thüre rechts.“
Damit entfernte ſich der Unbekannte. Das, was er ſo eben vernommen, verſetzte Adhemar in ſolches Staunen, in ſolche Beſtürzung, daß es ihm nicht in den Sinn kam, dieſem geheimnißvollen Menſchen zu folgen; er ließ ihn laufen, ohne ihn weiter auszu⸗ fragen.
Nach dem erſten Momente der Beſtürzung war Adhemar gleichwohl ärgerlich darüber, ihn nicht auf⸗ gehalten zu haben, und ſandte ihm ſpähende Blicke nach; allein da er nirgends mehr zu entdecken war, entſchloß ſich Adhemar in das Haus einzutreten, das der Unbekannte ihm bezeichnet hatte. Er durchſchritt den finſtern Gang, ſtieß auf eine ſchmutzige, holpe⸗ rige Treppe, ſtieg in den zweiten Stock hinauf und pochte an der Thüre rechter Hand. Eine alte Frau mit einem Wein⸗, Branntwein⸗ und Schnupftabaks⸗ geruche, rothem, feurigen Geſichte, Triefaugen, einer Haartour, die gefirnißt ſchien und unter welcher weiße Haare hervorquollen, mit einem Anzug endlich, der die Mitte zwiſchen dem einer Haushälterin und Pfört⸗ nerin hielt, öffnete die Thüre, blickte den jungen Mann erſtaunt an und rief:„Halt! ich glaubte, es ſei der Doktor... er iſt es wieder nicht!... Ja, ja⸗ der macht wenig Umſtände, das iſt ein ganz be⸗ quemer Doktor, das! Wäre man meinem Rath ge⸗


