8 S. 3. wärtig beſteht mein ganzer Reichthum noch in eini⸗ gen hundert Franken; wäre ich nur wenigſtens nicht ohne Talente, wäre ich Maler, Dichter, Muſtker, dann dürfte ich nicht lange nach Hülfsquellen ſuchen, ich hätte ſie in mir ſelbſt. Einem Künſtler bleibt doch wenigſtens ſein Talent, wenn er auch Thor⸗ heiten begeht; er kann es nicht verſchleudern wie ſein Vermögen, und darauf zählen, es in den Ta⸗ gen des Mißgeſchickes wieder zu finden... einem treuen Freunde gleich verläßt es uns nie ganz, wenn wir ihm nur offen wieder entgegenkommen. Allein ich bin ohne Talent... und habe Alles verſchwendet! Ich bin alſo ein weit größerer Thor als irgend ein Anderer.“
Einen Monat hindurch hatte Adhemar ſeine Be⸗ trachtungen und Spaziergänge fortgeſetzt, als ihm eines Morgens ein ſtattliches Schiff in's Auge fiel, dem man Ballen und Waaren zutrag; Alles ließ errathen, daß es bald unter Segel gehen würde. Adhemar rief einen Matroſen an, der vom Schiffe kam und an ihm vorüberging:„Wohin iſt Euer Schiff beſtimmt?— Nach Bourbon,“ verſetzte der Matroſe,„in acht Tagen laufen wir aus, falls wir günſtigen Wind haben.— Bourbon!“ wiederholte Adhemar für ſich,„das iſt ja eben der Ort, wo ſich Herr Bonnefond neuerdings etablirt hat. Wie wäre es, wenn ich meinen alten Familienfreund aufſuchte, wenn ich auch nach der Inſel Bourbon reiste!... Da iſt ja ein Fahrzeug, das mich hintrüge; unter einem andern Himmel würde ich Paris vergeſſen und mit


